Aero-naut beweist ein ums andere Mal, dass ein Modell aus Holz
seinen Brüdern aus High-End-Werkstoffen in nichts nachstehen muss.
So auch mit dem 6-Klappen-Allrounder Spike, den Wolfgang Mache vorstellt.

Ein interessanter Segler für die Winterbausaison wurde gesucht; später dann in der Praxis sollte er einfach zu handhaben sein, elektrisch angetrieben, in seiner Klasse leistungsstark und im Allroundbetrieb einsetzbar. Bei diesen Vorgaben fiel der neue Spike von aero-naut in Holzbauweise gleich ins Auge. 3,45 m Spannweite, 6-Klappen-Flügel, ein gut greifbarer Rumpf und ein gefälliges Design; alles super. Das Modell ist brandneu und seit Ende 2025 im Shop verfügbar; die Entscheidung zum Bestellklick war schnell getroffen. Zudem gab es schon im Netz das ein oder andere Video, in dem der Spike nicht nur in der Thermik herumkreiste, sondern sogar in einem ziemlich dynamischen Flugstil durch etliche Kunstflugfiguren gescheucht wurde, ohne dass sich gleich die Flächen bedenklich durchbogen. Für die schnelle Bestellentscheidung war natürlich auch das Wissen um die im Detail durchdachte Holzkonstruktion und den verzugsfreien Aufbau auf einer mitgelieferten Helling bei aero-naut ein Kriterium. Der neue Spike ist eigentlich eine konsequente Erweiterung der Reihe an Segelflugmodellen bei aero-naut, auch mit E-Antrieb deutlich über den 3-Meter-Bereich hinaus. Zudem soll er gemäß der Werbung so stabil sein, dass er auch eine sportlichere Gangart verträgt. Also nicht nur ein Thermikschleicher, sondern ein Allrounder, der: »… in der Abendthermik oder im dynamischen Hangflug eingesetzt werden kann und zudem auch noch rasante Kunstflugmanöver absolviert«. Alles gut – der Begriff »rasant« ist dabei aber doch wohl eher subjektiv auszulegen. Wir werden sehen, wie sich das Modell tatsächlich aufbauen und natürlich auch fliegen lässt.

Konstruktions-Philosophie
Fangen wir gleich einmal beim viel diskutierten Profil des Modells an. aero-naut nutzt beim Spike das Rolf-Girsberger-Profil RG-15. Heute eher oldschool, möchte man meinen, weil es schon in den 90ern eines der Standardprofile für die F3B-Szene war. Es wurde aber vom Konstrukteur des Spike, Michael Bloß, mit Bedacht ausgewählt. Da es sich beim Spike eben nicht um ein aalglattes und absolut ebenmäßiges Kunststoffmodell aus einer CNC-Form handelt, sondern um eine Holzkonstruktion, ist immer mit kleinen Unebenheiten im Aufbau der Flächen zu rechnen – egal, wie gut das Modell konstruiert wurde und egal, wie gut es aufgebaut wurde. Das RG-15 ist dafür besonders gut geeignet, da es den Piloten minimale Unebenheiten im Aufbau, auch durch die immer einfallende Bespannung zwischen den Rippen, nicht gleich spüren lässt. Zudem ermöglicht die Profildicke eine gute Krafteinleitung im Bereich der Steckung bei der Holzkonstruktion. Die heute modernen Hochleistungsprofile wären hier eher fehl am Platz. Das ist der eine Grund für diese Profilwahl. Der andere ist der relativ hohe Auftrieb, den das Profil liefert, ohne allzu viel Widerstand zu produzieren. Es lässt sich dynamisch wie auch langsam in der Thermik fliegen und ist deshalb im Allroundbetrieb auch heute noch bestens geeignet. Wölbklappen wirken beim RG-15 positiv verwölbt sehr gut; negatives Verwölben bringt keinen bemerkenswerten Geschwindigkeitszuwachs. Bei diesem Profil muss beim Bau der Flächen aber unbedingt beachtet werden, dass die Nasenleiste sehr sorgfältig verschliffen wird. Hier ist auf eine möglichst hohe Gleichmäßigkeit zu achten. Die dem Bausatz beiliegenden Profilschablonen geben einen guten Anhalt, wo ggf. im letzten Feinschliff noch nachzuarbeiten ist. Die gleichförmige Nasenleiste ist beim RG-15 für eine gleichmäßige Profilumströmung besonders wichtig.
Das Erscheinungsbild des Spike ist modern und attraktiv; so etwas möchte man schon gern haben. Beim nötigen Aufbau in Holzbauweise zucken aber viele zunächst zurück. Denn mit dieser Bauweise werden häufig Zuschneiden, Aussägen, Schäften, Ausfräsen, Hobeln und endloses Schleifen etc. verknüpft. Einige Hardcore-Modellbauer mögen das wohl auch heute immer noch gern, und das ist auch völlig in Ordnung. Ein wenig Vorfertigung ist heute aber bei immer knapper werdender Zeit auch ganz schön. Und da liegt …
⇢ Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 6/2026 MFI Magazin.





