SECOND LIFE – Die Wiedergeburt eines Kunstflugmodells

Joachim Kainz zeigt am Beispiel einer 103-Zoll-Slick von Pilot-RC,
dass auch ein stark beschädigtes Modell dieser Größenordnung
mit etwas Geduld wieder instandgesetzt werden kann.


Einen »großen« Kunstflugflieger mit einer Spannweite von etwa 2,60 bis 2,70 m wollte ich schon immer haben. Was jedoch ungemein hinderlich daran sein kann, sich solch ein Modell zuzulegen, ist der Preis. 4.000 – 5.000 Euro sind schnell einmal ausgegeben, wenn es ein neues, aktuelles Flugzeug mit guten Komponenten sein soll. Aber was nun? Natürlich bekommt man gebrauchte Modelle, auch oft in gutem Zustand, etwas günstiger. Es gibt jedoch noch eine günstigere Methode: Gerade wenn es um 3D-Kunstflug geht, bei dem es viele riskante und flotte Manöver gibt, passiert es, dass der ein oder andere Flieger zu Bruch geht. Mit etwas Geduld und Recherche konnte ich mir ein solches abgestürztes Modell für wenig Geld ergattern. In meinem Fall handelte es sich um die 103-Zoll-Slick von Pilot-RC, einen recht aktuellen Flieger, auf dessen Flugeigenschaften einige erfahrene 3D-Piloten schwören (mitunter Martin Brandmüller oder Martin Pickering). Außerdem gab mir der Verkäufer neun Stück KST-Servos zu einem sehr guten Preis mit, den ich nicht ablehnen konnte. Diese KST MS825 haben neben ihrer Stellgenauigkeit sowie Schnelligkeit und Kraft kein Potentiometer mehr eingebaut, sondern verfügen über ein kontaktloses System mit sogenannten Hall-Sensoren, das die Stellposition steuert. Gerade für Verbrennermodelle ist diese Bauweise ideal, da bei herkömmlichen Servos durch die Vibration des Motors gern der Nullpunkt etwas ungenau wird. Bei der kontaktlosen Version kann sich da eben nichts mehr abnutzen; so gesehen sind diese Arten von Servos tendenziell langlebiger und (vor allem auf lange Sicht) genauer.



Schritt 1: Erste Überlegungen
Aber genug zur Vorgeschichte – es gibt ein Flugzeug zu reparieren! Wie auf den Bildern ersichtlich, war der Rumpf etwa auf Steckungshöhe bzw. unmittelbar davor geteilt. Verursacht wurde dies laut Vorbesitzer dadurch, dass die Slick zu spät aus dem Trudeln kam und den Boden mit zu hoher Geschwindigkeit »küsste«. Gleich zu Beginn musste ich folgende Fragestellung klären: Wird mein »Patient« zukünftig mit einem Elektro- oder einem Verbrennermotor ausgestattet? Fällt die Wahl auf Letzteres, sollten die Klebestellen nämlich »rüttelsicher« gestaltet werden, sprich: Es wird in den meisten Fällen auf spröde Klebstoffe verzichtet und stattdessen eher flexible verwendet. Kurzum heißt das in der Praxis: weniger Sekundenkleber, mehr 5-Minuten-Harz und PUR-Leim. Aber zu den Klebstoffen später.


Schritt 2: Ein Puzzle der anderen Art
Wie geht man eine solche Reparatur nun an? Begonnen wird damit, die Einzelteile vorsichtig zusammenzusetzen, sofern das möglich ist. Anschließend wird das Ganze mit Sekundenkleber fixiert. Schon hier ist genaues Arbeiten essenziell dafür, dass der Flieger schlussendlich auch exakt fliegt: Alle Bruchstellen müssen …

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 6/2026 MFI Magazin.

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