VETTORE pura passione italiana

Voll-GfK-Segler VETTORE von glider-it

Die Überschrift lässt es vermuten, ein Thermikschleicher ist der Vettore von glider-it nicht. Dieses Modell ist etwas Besonderes für den ambitionierten Alpinflieger, oder denjenigen, der in der Ebene ein sportliches Allroundtalent einsetzen möchte. Der Vettore wird in den beinharten Versionen Dynamic ayout (OD), Power Dynamic Layout (PD) oder Fast Slope Layout (FS)“ hergestellt. Als Spezialedition gibt es auch die Version Extralight Layout (EL), hier wird bei gleicher Belastungsfähigkeit der Bauteile durch spezielle Fertigungstechniken etwa 15 % Gewicht eingespart, die Festigkeit der Standardbauart bleibt aber erhalten. Die Modelle sind alles Voll-Karbon- und Kevlar-Konstruktionen und bei ordnungsgemäßer Handhabung in der Luft nicht zu zerstören. Wir hatten schon beste Erfahrungen im Flugeinsatz mit dem aus gleichem Hause stammenden Bhyon und Stingray gemacht. Nun sollte es mit dem Vettore ein wenig mehr in Richtung Allround gehen, aber immer noch mit der Möglichkeit zum sportlichen
Herumbolzen ohne anschließende Reue.

Wer ist glider-it (www.glider-it.com)? 2018 gegründet und aus den beiden Firmen Voloinpendio (www.voloinpendio.it) und Xmodels hervorgegangen. Passionierte Modellflieger und Profis auf ihrem Gebiet, die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben. Gut eingeführte Modelle wurden in die Produktionspalette übernommen und weiterentwickelt, neue kamen hinzu. Die Hauptkriterien der Modelle sind gute Aerodynamik, Leistungsfähigkeit, ein jeweils außergewöhnliches Design und Robustheit. Letzteres leitet sich ganz klar aus den Einsatzspektren vor allem der italienischen Alpinpiloten ab; da geht’s ordentlich zur Sache und ihr Motto »fly fast, fly hard« sagt eigentlich alles; in jedem Fall fordert es den Modellen einiges ab. Also müssen sie enorm stabil sein. Die angeführten Videos geben einen guten Eindruck. Es gibt aber nicht nur die Zweckmodelle mit dem ausgefallenen Design, einige Scale-Segler, wie die neue ASW 15 sind in der Produktpalette und weitere sind noch in diesem Jahr geplant. MFI wird darüber berichten.

Andreas Brunnlechner von andys-folienwelt lieferte das Foliendesign zur optischen Aufwertung des Vettores. Hier sind die Dynamik des Modells und seine italienische Eleganz besonders gut herausgekommen. Spüliwasser und Filzrakel sollten unbedingt zum Aufziehen verwendet werden. Im Übrigen ist diese Farbgebung bei jeder Wetterlage hervorragend am Himmel zu erkennen.

Es gibt mittlerweile zwei Vertreiber in Deutschland, es ist aber auch eine direkte Online-Bestellung bei glider-it möglich. Lagerware sind nur Modelle in gängigen Farben. Durch den neuen Konfigurator auf der Homepage glider-it kann jeder Interessierte sein Modell in Auslegung, Ausstattung und Farbgebung selbst zusammenstellen. Das ist innovativ. Die Fertigung der Modelle wird in einer angegliederten Firma in Polen durchgeführt und entweder von dort direkt an die Kunden verschickt, oder weiter in Italien aufbereitet und ausgestattet. Die Werbung findet hauptsächlich über das Internet statt, mehr muss eigentlich auch nicht sein, denn die Fangemeinde dieser schnellen Sportgeräte ist groß. Natürlich ist man beim Flying Circus mit dabei und es wird auch ein jährliches eigenes glider-it-Treffen nur unter Anhängern dieser Modelle am Monte Cornetto in Trento, Italien durchgeführt. Auch hierfür geben die angeführten Videos geben einen guten Eindruck, wie es dort zur Sache geht. Da wird klar, warum die Modelle schon in der Basisversion sehr stabil aufgebaut werden.

In so ein schnelles Modell dürfen nur Servos mit besonderen Qualitätsmerkmalen eingesetzt werden: Kraft, Spielfreiheit und Robustheit. In den Flächen kommen für die Querruder KST X10-V2 zum Einsatz, für die die Wölbklappen werden KST MS 589 genutzt. …

Hier werden der Rumpf in GfK mit Kevlar oder Karbon aufgebaut, die Flächen in GfK und Karbon, ebenso die Leitwerke. Als Flächenverbinder werden nach Wunsch Stahl oder Karbon angeboten. Dazu kommen je nach Modell eine Klarsichthaube, Karbonhaube und ein GfK-Haubenrahmen. Sämtliche nötigen Holzteile zum weiteren Ausbau sind nicht Bestandteil der Bausätze, sie werden aber als Zubehör angeboten. Kleinteilesätze für Anlenkungen etc. gibt es nicht im Bausatz, da in dieser Klasse nach Firmenbekunden jeder Pilot so seine eigenen Vorlieben hat. Beim Power Dynamics Layout werden über die Basisversion hinaus zusätzliche Lagen Kevlar und Karbongewebe in Flächen und Rumpf eingearbeitet und beim Fast Slope Layout das nochmal gedoppelt. Hier braucht man sich bezüglich mangelnder Stabilität keinerlei Sorgen zu machen. Die Modelle halten höchsten Belastungen im alpinen Einsatz stand. Auch bei den Farben gibt es verschiedene Produktionslinien. Bei der »White Line« sagt es schon die Bezeichnung, die Modelle sind komplett in hochglänzend weiß ausgeführt. In der »Basic Line« gibt es zwei verschiedene Standardfarben nach Wahl. In der »Custom Line« wird ein Design und Farbgebung nach Kundenwunsch in die Formen lackiert. Letztlich rundet die sogenannte »Deluxe Line« mit dem Modell im Karbon-Look die Palette ab. Der Konfigurator hilft bei der Gestaltung; die entsprechenden Preise werden gleich mit ausgeworfen.

Das Seitenruder wird von einem KST X10-710 angetrieben und das Höhenruder von einem bärenstarken KST X15-1208. Die Flächenservos wurden in passenden Rahmen von Laser und Frässervice Trost verschraubt.

Seit Mitte 2019 wird bei glider-it ein verbessertes Laminierverfahren eingesetzt. Hierbei wird bei gleichen Gewebelagen weniger Harz zur Durchtränkung der Glas-, Karbon- und Kevlarstrukturen verwandt. Dadurch können ca. 15 % des Gesamtgewichts eingespart werden. Die Festigkeit der Modelle bleibt erhalten, die Flächenbelastung sinkt jedoch. Das ist gut für den sportlichen Allroundeinsatz ohne die Hammerthermiken im Gebirge. Und Aufbleien geht immer.

Platzprobleme gibt es beim Vettore nicht. Es können verschiedene Antriebe mit Getriebevorsatz oder als Direktantrieb eingebaut werden, bei den Akkus sind größere Dimensionen zu nutzen, um den Schwerpunkt einzuhalten. So ist Trimmblei zu vermeiden.

Der Vettore bildet sich so ein bisschen als das aktuelle Flaggschiff bei glider-it heraus. Mit den im Sichelbogen nach vorne gepfeilten Flächen mit vier Metern Spannweite ist das Design eher ungewöhnlich für ein reines Zweckmodell. Auch der lange Rumpf mit dem volumigen Vorderteil, dicker Rumpfröhre und Kabinenhaube ist auffallend. Passend zur Flächenform dann auch noch das Höhenleitwerk; hier ist die Vorderkante auch als Sichelbogen ausgeführt, die Hinterkante als Trapezwinkel. Warum nicht, ein echter Hingucker auf dem Platz. Dazu tragen auch die große Flächentiefe, das sehr dünne 8 % Profil von Giuseppe Ghisleri und die sehr geringe V-Form bei. Alles außergewöhnlich. Wie der wohl fliegt? Um es vorweg zu nehmen: …

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der Ausgabe 8/2021 des MFI Magazins

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