PT-17 Stearman

Die Flugsaison neigt sich ihrem Ende zu und der innere Wunsch nach einem neuenProjekt reift langsam, aber sicher in mir heran. Mittlerweile ist es gar nicht so einfach, etwas zu finden – die Flut der ARF-Modelle ist deutlich in der Überzahl. Das ist unserer schnellen Zeit geschuldet und diese Modelle haben ja auch durchaus ihren Reiz. Bis auf ein paar Ausnahmen sind sie aber nicht nach meinem Geschmack. Zudem habe ich als typischer »Holzwurm« eine gewisse Leidenschaft für nicht vollendete Projekte. Und so begann die Suche nach dem neuen Schätzchen.

Rohbau aus zweiter Hand

Was macht man mit diesem »Gen-Defekt«? Richtig – man stöbert in den diversen Online-Portalen und wie es sein sollte, wurde ich fündig. Inseriert war der aufgegebene Rohbau einer bereits selten gewordenen Boeing PT-17 von Flair, allerdings zu einem relativen stolzen Preis. Anzeigentext: »Wegen Zeitmangel biete ich eine PT-17 in fast fertigem, sauberen Rohbau mit allen Teilen zum Fertigbauen an. Alle ABS-Teile sowie die 3D-Sternmotoratrappe und alle Kleinteile, Fahrwerk, Dubro-Räder und zu verbauenden Holzteile vorhanden.« Die Fotoauswahl war knapp und nicht sehr aussagekräftig, aber der Nerv war getroffen. Das Modell musste aufgrund der Größe in der Nähe von Crailsheim abgeholt werden. Glücklicherweise bin ich öfter beruflich in dieser Gegend. So, da saßen nun zwei Geister auf meiner Schulter, der eine sagte ja, der andere nein. Ich bin mir sicher, dass das einige Modellbauer kennen. Nach einigem Überlegen war klar, welcher Geist gewonnen hatte und ich war auf dem Weg zum Verkäufer. Bei einer Tassee Kaffee erzählte er mir, dass er die PT-17 ebenfalls gebraucht gekauft hatte, er sie aber aus Zeitmangel nie weiterbauen konnte. Das Modell befand sich in einer Vorstufe zum »Fast-fertig-Rohbau«. Nach kurzer Bestandsaufnahme und grobem Sortieren ging es ans Einpacken und auf die Heimreise nach Bayern. Zu Hause angekommen ging es ab in die Werkstatt, meine Frau war mir behilflich, die ganzen Teile, Dosen und Schachteln in den Keller zu bringen, sie erahnte wohl die Größe des Projek.

Der angefangene Rohbau der Stearman ist in der Werkstatt gelandet und
wird inspiziert.

Familienregeln

Zu Hause halte ich mich ans Alphabet, d. h. das F für Familie steht vor dem H wie Hobby. An diese Reihenfolge halte ich mich sehr gerne und meine Projekte haben alle Zeit, die sie brauchen. Dabei steht die Familie hinter meinem Hobby und der jüngste Sohn mischt immer öfter in der Werkstatt mit (siehe mein Bericht F4U Corsair in der MFI 7 / 2020). Die erste Bestandaufnahme zeigte, dass wohl alle Teile vollzählig sind, bei genauerer Betrachtung des Rumpfs stellte ich aber fest, dass die Unterseite beim Löten des Fahrwerks ziemlich verkohlt war. Das Heckfahrwerk war schief und nicht gut in der Ausführung und dem Holz wollte ich auch nicht mehr so recht trauen. Das war mit wenig Aufwand wieder gerichtet, ebenso diverse Rumpfleisten, die entweder getauscht oder geschäftet wurden. Bei dieser Gelegenheit habe ich auch alle achtbeinigen Mitbewohner aus der
früheren Kellerzeit entfernt. Nachdem nun alle Teile wie Rumpfbeplankung, Fahrwerksaufnahme, Rumpfgurte, gesamte RC-Vorbereitung nach Plan eingebaut waren, wurde der gut verklebte Rumpf sauber verschliffen. Diese sogenannten Restarbeiten am fast fertigen Rohbau fressen ganz schön Zeit. Die Cockpitscheiben des Bausatzes waren leider so zerkratzt, dass ich mir neue angefertigt habe. Mit etwas Alu aufgepeppt, erfüllen sie ihren Dienst und sorgen für den nötigen Windschutz.

Das Folien-Finish ist natürlich ganz klassisch in Stearman-Gelb und -Blau.

Flügel für die Stearman

Die Tragflächen bestehen aus vier Teilen mit Alu-Steckung, das macht die Flair-PT-17 sehr transportfreundlich. Beim testweisen Aufstecken der Flächen bin ich auf ein Problem gestoßen, das wohl auch der Verkaufsgrund war. Die Anschlussrippen der oberen Fläche waren alles andere als gerade und vor allem nicht im rechten Winkel angepasst worden. Das war das kleinere Übel, schlimmer waren die unteren Flächen, die Alu-Aufnahmen, die neben der Steckung in den Rumpf kommen und dort verschraubt werden sollen, passten überhaupt nicht. Also war Rückbbau an der unteren Fläche angesagt, am Rumpf hätte ich zu viel ändern müssen. Als echter Holzwurm nahm ich die Herausforderung …

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der Ausgabe 8/2020 des MFI Magazins.

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