Iljuschin Il-2 M3 Sturmovik zum Selberdrucken

Kurz nachdem die ersten Flugzeuge der tschechischen Firma 3DLabPrint (3dlabprint.com) erhältlich waren, habe ich in MFI 01 / 2018 eine erste Maschine durch den Test geschickt. Dabei ist »Maschine« vermutlich der falsche Ausdruck, denn 3DLabPrint stellt, wie viele vermutlich bereits wissen, keine kompletten Bausätze oder ähnliches her. Statt eines Modellbaukastens erwirbt man eine Reihe von druckbbaren Dateien für den 3D-Drucker. Nun hat 3DLabPrint die legendäre Iljushin Il-2 Sturmovik im Download-Programm, die natürlich schnellstmöglich im heimischen Drucker enstehen sollte.

Der Flieger macht bereits am Boden eine gute Figur. Die Flugtests werden nachgereicht.

Die Messerschmitt Bf 109 war bei ihrem Erscheinen im Jahr 2017 / 2018 ein passables Modell, aber auch mit ein paar Schwächen. Nichtsdestotrotz fliegt eine Maschine dieser Art immer noch bei mir. Zwar nicht mehr das Ursprungsmodell aus PLA – dies wurde bereits in Rente geschickt – sondern eine Version aus GreenTec BDP. Dieses Material ist sommertauglich und durchaus geeignet, um in einem mittelgroßen Flugzeug wie der Bf 109 Anwendung zu finden. Grundsätzlich habe ich die meisten der zur Verfügung stehenden Designs gekauft – aber bei weitem eher wegen des »Haben-wollen-Effekts«. Nicht so bei der Il-2 M3 Sturmovik, die Ende 2019 herausgebracht wurde. Typischerweise kauft man auf der Internetseite von 3DLabPrint ein ganzes Set an STL-Dateien und praktischerweise auch sogenannte Simplify3D Factory-Files. Simplify3D habe ich bereits als Slicer in MFI 12 / 2017 vorgestellt. Leider hat sich seit dieser Version nicht unheimlich viel getan, daher sind die Versionsupgrades seit 2017 recht überschaubar gewesen. Wirklich schlimm ist das nicht, denn mein Eindruck ist, dass die Software vergleichsweise wenig Bugs hat und nach wie vor seit Jahren ihren Dienst verrichtet.

Kann passieren, ist aber ärgerlich, wenn der Druck bereits weit fortgeschritten ist: Spaghetti auf der Tragfläche.

Die Anleitung, die dem Flieger beiliegt, kann bereits zuvor heruntergeladen und durchgeschaut werden. Das ist nicht ganz unwichtig, möchte man vor dem Kauf abschätzen, was der Flieger im Endeffekt kosten wird. Wichtiger ist mir persönlich allerdings mittlerweile, dass man sich über die verwendeten Komponenten kundig macht! Denn die Jungs von 3DLabPrint haben leider einen Fable für Teile von Hobbyking – ich nicht. Zumal das Hauptproblem weniger Qualität als Verfügbarkeit ist. Motoren sind meist noch erhältlich, aber, wie sich bei einem weiteren Modell, der B-25J Mitchell, zeigte, ist spätestens bei den Fahrwerken das Problem der Verfügbarkeit gegeben. Die große B-25 werde ich in einer zukünftigen MFI vorstellen. Später aber mehr zur Ausstattung – bis jetzt haben wir außer den Dateien für den Drucker noch nichts.

Die Rumpfteile entstehen auf dem CR-10 immer schön der Reihe nach. Die Druckqualität ist erstklassig.

Was brauchen wir?
Zuerst natürlich einen Drucker. Aufgrund der Langzeittests empfehle ich einen Creality Ender 3 bzw. Ender
3 PRO (Siehe MFI 01 / 2020, den Ender 3 PRO stelle ich in einem separaten Bericht in dieser Ausgabe vor). Die beiden Drucker erbringen supergute Druckergebnisse und sind zudem günstig. Das geforderte Druckvolumen von 200 / 200 / 175 mm wird ebenfalls von beiden 3D-Druckern erfüllt. Dann wäre da noch das Filament zu beschaffen. Hier scheiden sich aktuell etwas die Geister, denn vor einiger Zeit hat colorFabb das sogenannte Light-Weight PLA (LW-PLA) herausgebracht. Das eignet sich grundsätzlich auch für die Flieger von 3DLabPrint. Vorteil gegenüber dem »normalen« PLA ist das reduzierte Gewicht dieses aufschäumenden PLAs. Hochsommertauglich ist es allerdings genausowenig wie das herkömmliche PLA. Der Preis ist im Moment auch noch deutlich höher als zum Beispiel das Janbex PLA. Dafür wird der Flieger allerdings leichter. Welches Material im Endeffekt genutzt wird, bleibt …

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der Ausgabe 7/2020 des MFI Magazins.

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