F-84F Thunderstreak

Die F-84F Thunderstreak war der erste Düsenjäger, den ich in meiner Jugend (ich bin jetzt 72) zu Gesicht bekam. Das war auch gleichzeitig der erste reine Düsenjet nach dem Trainer Lockheed T-33. Somit habe ich also einen ganz besonderen Bezug zu diesem Jet.

Der Bau eines Jets mit Turbinenantrieb nach einer Planidee

Das Original

Zum Beginn des Jet-Zeitalters hatte man den schallnahen Flug aerodynamisch noch nicht verinnerlicht, die ersten Jets waren mit geraden Flügeln ausgestattet. Mit dieser Geometrie steigt aber der Luftwiderstand im transsonischen Bereich, also in der Nähe der Schallgeschwindigkeit so stark an, dass es den Piloten vorkam, als würden sie gegen eine Mauer fliegen. Die Focke Wulfs und Spitfires, die im Sturzflug diese gefährlichen Geschwindigkeiten erreichten, sahen hinterher aus (sofern sie noch landen konnten), als wären sie durch Steine geflogen, so verworfen war die Außenhaut der Flügel und des Rumpfs. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele Aerodynamiker, darunter Prof. Alexander Lippisch, in die USA geholt, wo sie ihre Erkenntnisse über Machgeschwindigkeit anwenden konnten. Alle Jets hatten danach gepfeilte Flügel. Auch die ersten Versionen der Republic F-84 hatten gerade Flügel. Für mich muss ein Düsenjäger gepfeilte Flächen haben und die F-84F hatte sie. Ebenfalls war das Höhenleitwerk gepfeilt, es gab damals nichts Schnittigeres. Ab 1958 wurden 450 F-84F und 108 Fotoaufklärer RF-84F bei der Luftwaffe in Dienst gestellt. 1966 wurden die letzten Maschinen außer Dienst genommen und durch die F-104 ersetzt.
Mehr zum Original finden Sie in der aktuellen Ausgabe 372021

Die waagrecht geteilten Rumpfspanten werden auf Pappelsperrholz geklebt und die Gurtnuten eingezeichnet.

Das Modell wird realisiert

Vor Jahren hatte ich mir einen Plan für eine F-84F von Bertella gekauft. Die F-84F hat 1,60 m Spannweite und 1,70 m Rumpflänge. Meine schöne JetCat P70, die tatenlos im Keller rumlag, passt hervorragend hinein. Fahrwerke waren auch übrig und das Ganze war transportierbar. Die Bauweise ist klassisch mit Spanten, Gurten und Balsa-Beplankung, die Flächen, Höhen- und Seitenruder habe ich abweichend vom Plan in Styro / Abachi gebaut. Als Klebstoff für Holzteile verwende ich Weißleim, der ein wenig Elastizität zurücklässt. Sekundenkleber verwende ich nur zum Verfüllen von Spalten. Alle Verbindungen stelle ich mit 24-Laminier-Epoxidharz her. Es hat eine Topfzeit von 40 Minuten, da kann man in Ruhe die zu klebenden Teile ausrichten und nach 24 Stunden ist es wirklich hart und bearbeitbar. Wie der Name schon sagt, ist Laminierharz dünn und benetzt Glasmatten sehr gut, ausgezeichnet für Rumpf- und Tankbau. Will man jedoch zwei Werkstoffe verkleben, ist das Harz allein zu dünn. Damit es nicht verläuft, kann man verschiedene Zuschlagstoffe beigeben. Mit »Aerosil« wird das Ergebnis sehr hart und spröde, es ist das Mittel der Wahl für die Deckschicht beim Laminieren. Mit 0,2 mm langen Glasschnipseln wird es ein zähflüssiges Harz für schwerbelastetet Klebungen. Mit Microballons angedicktes Harz ist sehr leicht, aber nicht sehr belastbar. Die richtige Mischung mit Glasschnipseln und Microballons kann je nach Zusammensetzung für festes Kleben oder leichte Verbindungen verwendet werden.

Die Halbspanten werden senkrecht auf die Rumpfdraufsicht geklebt und mit Kiefergurten verbunden

Der Rumpf

Der Rumpf ist horizontal geteilt, es gibt eine obere und eine untere Hälfte. Man kann von innen schön arbeiten und alle Einbauten sind schon drin, wenn die beiden Hälften verklebt werden. Die querschnittgebenden Spanten sind deshalb als obere und untere Hälfte gezeichnet. Ich habe mir eine Kopie des Plans gemacht, die Spanten grob ausgeschnitten und auf 3 mm-Pappelsperrholz geklebt. Der Plan sieht die direkte Beplankung mit Balsaholz vor. Da ich bei einem Turbinenantrieb aber gerne einen festen Rumpf habe, wurden in die Spanten Aussparungen für 3 x 5-mm-Kieferngurte gesägt. Die Spanten wurden mit Weißleim aufgeklebt. Über Nacht warten, dann können die Kiefergurte von vorn nach hinten eingeleimt werden, so alle drei bis vier cm am Umfang ist ein guter Wert für genügend Stabilität und Leichtigkeit. Am nächsten Tag kann der Rumpf beplankt werden.

Unter- und Oberschale sind fertig, Turbine und Tank haben zum Test ihren Platz eingenommen

Der Rumpf ist 1.700 mm lang, Balsabretter gibt es nur in 1.000 mm Länge. Das ist leicht behoben, indem man die Bretter schäftet, indem man die Bretter übereinander legt und ein Zickzack-Muster in die Enden schneidet. Weißleim in die Fugen, ausrichten und die Bretter zusammenschieben. Über Nacht erhält man 1.950 mm lange Bretter, die an einer kleinen Kreissäge zu 12 mm breiten Planken geschnitten werden. Diese werden von unten beginnend auf die Spanten geklebt. Stoßnadeln heften die Planken an den Spanten fest. Die letzten Planken müssen durch konisches Anschleifen angepasst werden, dann ist der Halbrumpf fertig. Der Rumpfrücken hinter der Kabine braucht ein bisschen Aufmerksamkeit, da muss gut angemessen und geschliffen werden, dann passt es auch. Der Rumpf ist schon gut zu erkennen, aber ein wenig rau.

Der Servohebel ist mit einer Inbusschraube gelagert. Der Deckel läßt sich leicht abheben und die Haken stören nicht das Bild des Rumpfs.

Die Innereien

Der Kerosintank sollte möglichst im Schwerpunkt liegen, denn kopflastig starten und schwanzlastig landen ist eine Erfahrung, die ich nicht mehr brauche und anders herum ist auch nicht viel besser. Im Schwerpunkt ist ein Raum von gut zwei Litern verplant. Damit sind sechs bis sieben Minuten Flugzeit möglich. Durch den Schwerpunkt geht allerdings auch der Flächenholm, damit hätten wir einen durchbohrten Tank. Also schaut der Bastler, wie andere Konstrukteure das Problem gelöst haben und die Lösung heißt »Ringspant«. Im Schwerpunkt wird ein sehr stabiler ausgeführter Ringspant aus 6 mm-Birkensperrholz eingebaut. Er leitet die Kräfte des einen Flügelholms auf den anderen über. Diese Einheit wirkt wie ein durchgehender Holm, nur dass wir ein schönes Loch in der Mitte für unseren Tank haben. Da es keinen passenden Tank gibt, bauen wir uns einen.

Eine Vakuumpumpe kann bis zu mehreren Tonnen Druck pro Quadratmeter erzeugen, das ist für Styropor zu viel. Wir wissen jetzt: So geht es nicht!

Der Tank

Die untere Rumpfquerfläche mal Länge sollte ca. zwei Liter ergeben. Ein Styropor-Block wird so beschliffen, dass er gut in den Rumpf und durch den Ringspant passt. Nun wird Bügelfolie mit niedriger Temperatur aufgebügelt und mit Trennwachs bestrichen. Eine Vorgelatschicht wird aufgetragen, nach leichtem Anhärten werden drei Schichten 160er Glasmatte auflaminiert. Ein Jettank muss steif sein; saugt die Pumpe bei Vollgas an, verformt sich nur der Tank nach innen und es kommt kein Kerosin, wenn man es am meisten braucht. Auch für Verbrenner sind weiche Tanks aus dem gleichen Grund ungeeignet. Der Tank wird nach dem Härten längs durchgeschnitten, der Styroblock entfernt und die Innenseite mit Silikonentferner aus gut ausgewischt. In den vorgesehenen Anschluss kommt der abgeschnittene Kopf einer PET-Flasche. Dann werden die Hälften verklebt und ein Glasfaserband um den Umfang geharzt. Bei z. B. Richter findet man Tankverschlüsse, die man auf die PET-Flaschen schrauben kann und fertig ist der perfekt passende Tank. Der wird mit zwei Laschen am Rumpfspant verschraubt und hinten mit einer Zunge in einer Schlitzarretierung gehalten.

Ein Aluband wird auf die Sehne des Wurzelflügelprofils ausgerichtet und definiert die EWD des Pendelhöhenruders.

Zugang zur Turbine

Damit sich die Turbine leicht ein- und ausbauen lässt, ist ein großzügiger Zugang notwendig. Der Einschnitt wird zwischen zwei Spanten gemacht und der Deckel ist fertig. Es ist üblich, zwei Längsschieber vorn und hinten vorzusehen, die den Deckel verriegeln. Zum Öffnen braucht man nur die zwei Riegel zurückzuziehen und mit der dritten Hand abzuheben. Es geht aber auch anders. Ein Servohebel greift über zwei Zugstangen an die Riegel, die waagrecht verbaut sind. Gelagert ist der Servohebel mit einer Inbusschraube, die oben am Rumpf­rücken zugänglich ist. Wird die Inbusschraube gegen die Federkraft der Riegel gedreht, gehen beide Riegel zurück und der Deckel lässt sich abheben. Zum Einbau wird die Inbusschraube vorgespannt, die Riegel fahren zurück und die Haube lässt …

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der Ausgabe 3/2021 des MFI Magazins

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